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Diskussion rund um die Rente

Auch wenn sich die Lage in der letzten Zeit etwas beruhigt hat, so drehen sich dennoch viele Diskussionen in den Medien um das Rentensystem in Deutschland und damit auch um die gesetzliche Rentenversicherung. Die Diskussion um die Rente an sich gibt es schon seit vielen Jahren und wurde dadurch ausgelöst, dass man feststellen musste, dass die gesetzliche Rente bei weitem nicht so sicher ist, wie man das stets geglaubt hatte. Um festzustellen, warum die gesetzliche Rente im Brennpunkt der Diskussion steht, muss man sich zunächst einmal mit der Funktionsweise des Rentensystems vertraut machen. Grundsätzlich basiert das deutsche Rentensystem auf einem Umlageprinzip. Das bedeutet, die heutigen Arbeitnehmer zahlen in den so genannten Rententopf Beiträge ein. Diese werden automatisch vom Gehalt abgezogen und an die gesetzliche Rentenversicherungsanstalt überwiesen. Die Beitragshöhe richtet sich nach der Höhe des Einkommens und wird prozentual bis zu einer bestimmten Beitragsbemessungsgrenze berechnet. Aus dem besagten Rententopf bekommen dann im Folgenden die jetzigen Rentner ihre Rentenzahlungen. Wie man deutlich erkennen kann, kann ein solches System nur dann richtig funktionieren, wenn ausreichend Einzahlungen vorhanden sind, um die zu tätigenden Auszahlungen mindestens decken zu können. Dieses setzt jedoch voraus, dass es deutlich mehr Einzahler als Empfänger gibt, da das Verhältnis von Einzahlungen zu Auszahlungen natürlich nicht bei 1:1 liegen kann, denn dann müsste quasi jeder Einzahler, das Baby ausgenommen, den vollen Rentenbetrag einzahlen, den der Ruheständler monatlich erhält. Ein "gesundes" Verhältnis liegt bei ca. 4:1, aber davon sind wir in Deutschland mittlerweile weit entfernt. Experten gehen momentan davon aus, dass im Jahre 2020 das Verhältnis von Einzahlern zu Empfängern nur noch bei 2:1 liegen wird. Natürlich ist das System an sich nicht Schuld an dieser Tatsache, aber da die Fakten bekannt sind, muss man nun nach Lösungen suchen.
 

Erhöhung der Einzahlungen in den Rententopf

Ein Hauptpunkt der Diskussion um die Rente ist daher, wie man die Einzahlungen in den Rententopf erhöhen kann, da man die Auszahlungen natürlich auf der anderen Seite nicht reduzieren kann. Dazu gibt es hauptsächlich zwei Ansatzpunkte. Da man die Beiträge für die jetzigen Einzahler aufgrund der jetzt schon hohen Belastung nicht noch weiter prozentual erhöhen kann, bleibt zum Beispiel nur die Möglichkeit, weitere Einzahler zu bekommen. Eine Alternative wäre zum Beispiel, dass fortan auch Selbstständige, Politiker und Freiberufler verpflichtet werden, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Dieser Personenkreis ist bisher von der Beitragspflicht befreit. Diese Personen erhalten bisher zwar auch keine Bezüge aus der Rentenkasse, gehören aber oftmals zu den Besserverdienende und würde daher das Verhältnis Einzahlungen zu Auszahlungen auf jeden Fall verbessern. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Beitragsbemessungsgrenze entweder zu erhöhen oder ganz zu streichen. Momentan liegt diese bei 5.300 Euro Bruttomonatslohn. Verdient ein Arbeitnehmer also beispielsweise ein Bruttogehalt von 7.300 Euro, würde für den Betrag über 5.300 Euro, also für 2.000 Euro, kein Rentenbeitrag gezahlt werden. Wenn man von dem aktuellen Rentenversicherungs-Beitragssatz von knapp 20 Prozent ausgeht, wäre das eine monatliche Mindereinnahme von 400 Euro. Wenn man nun davon ausgeht, dass es ca. zwei Millionen Angestellte in Deutschland gibt, die zum Teil deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze liegen und weiter mit einem Durchschnitt von 2.000 Euro "Überschuss" rechnet, kommt man zu einem relativ "erschreckenden" Ergebnis. Wenn zwei Millionen Angestellte monatlich 400 Euro Mehreinnahmen in die Rentenkasse einbringen würden, wäre das ein Gesamtbetrag von jährlich 9,6 Milliarden Euro, die der Rentenkasse zusätzlich zur Verfügung stehen würden. Daran kann man deutlich erkennen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, ernsthaft über die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze nachzudenken.

 

Einführung der Mindestrente

Ein weiterer Diskussionspunkt rund um die Rente ist die Einführung einer Mindestrente, wie sie zum Beispiel in der Schweiz schon lange praktiziert wird. Dort erhält jeder Bürger zunächst einmal eine Grundrente, die unabhängig davon gezahlt wird, wie hoch seine vorherigen Einzahlungen in die Rentenversicherung waren, um für eine Existenzsicherung zu sorgen. In Deutschland erhält hingegen jeder Rentner nach der Berechnung nur soviel, wie er vorher auch anteilmäßig in die Rentenkasse eingezahlt hat, womit das Sozialprinzip im Grunde etwas untergraben wird. Der Bürger braucht gerade dann mehr Geld, wenn es um das Thema Zahnersatz geht. Es gibt zwar die Zahnzusatzversicherung, aber auch diese Versicherung übernimmt nur einen Teil Kosten. Die Zahnzusatzversicherung wäre hinfällig, wenn der Bürger soviel Rente bekäme, dass er diese Versicherung gar nicht erst in Anspruch nehmen muss.